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9.2.2010

Aktuell

Bundesweite Unterstützung

Aufruf

„Keine halben Sachen: Eine Schule für alle“

Nächster Termin

Plenum: 
Bewertung des lfd. Bürgerbegehrens 
Gespräch mit der LAG der Grünen
am
3. Dezember 2009
19:00 Uhr
Curiohaus

PISA 2006

PISA 2006 in Deutschland

Die Kompetenzen der Jugendlichen im dritten Ländervergleich - Zusammenfassung

Download:  Zusammenfassung (pdf-Datei)

Fernsehtipp

Frontal 21: Bildungsnotstand

21.10.2008
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ZDF-Archiv

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19.11.2009

Primarschule zwingend notwendiger Schritt

Angesichts der deutlichen Zustimmung zum Volksbegehren „Wir wollen lernen“ sieht der Verein „Eine Schule für Alle“ den Senat in der Pflicht, die Schulen personell und materiell auseichend auszustatten, in den Bildungsbereich zu investieren und nicht zu sparen.

„Eltern wollen für ihre Kinder die beste Bildung und sind in Zeiten von knappen Kassen und Wirtschaftskrise zutiefst verunsichert, was zukünftig im Bildungsbereich auf ihre Kinder zukommt. Mit diesen Ängsten haben die InitiatorInnen des Volksbegehrens „Wir wollen lernen“ gespielt, indem sie die Verunsicherung vieler Eltern mit falschen und unsachlichen Behauptungen noch verstärkt haben“, so kommentiert Karen Medrow-Struß, 1. Vorsitzende des Vereins „Eine Schule für Alle“, das vorläufige Ergebnis. mehr unter Presseinfo

10.11.2009

Nordelbische Kirche stützt Schulreform

Wie das Hamburger Abendblatt mitteilt, erhält Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) Rückwind von der Nordelbischen Kirche: "Die Bildungsexperten der Nordelbischen Kirche haben sich für die Schulreform und längeres gemeinsames Lernen ausgesprochen. "Gute Schulen lassen die jungen Menschen nach Möglichkeit bis zur zehnten Klasse zusammen, kennen bis dahin keine Noten und darum auch kein Sitzenbleiben und keine Abschulung", heißt es in einem Positionspapier des Pädagogisch-Theologischen Instituts (PTI) und der Evangelischen Akademie der Nordelbischen Kirche.

 

30.10.2009

Aktion Gegen Studiengebühren

Mit einer Unterschriftenaktion wendet sich ein breites Bündnis gegen Studiengebühren. Auch der Verein "Eine Schule für alle" unterstützt die Initiative. Einzelheiten sind zu lesen auf der WEB-Seite des Bündnisses unter www.gebuehrenfreiheit.de Die entsprechende Unterschriftenliste kann hier heruntergeladen werden.

27.10.2009

Das Volksbegehren „Wir wollen lernen“ zielt in die falsche Richtung

Der Verein „Eine Schule für Alle“ ruft die Hamburgerinnen und Hamburger auf, das Volksbegehren „Wir wollen lernen“ nicht mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. In seiner Presseerklärung heißt es: „Wir treten für das zentrale bildungspolitische Ziel gleicher Chancen auf bestmögliche Bildung für alle Kinder ein und dieses Ziel verfolgt das Volksbegehren „Wir wollen lernen“ ganz sicher nicht“, sagt Karen Medrow-Struss, die Vorsitzende des Vereins „Eine Schule für Alle“. „Im Gegenteil, die InitiatorInnen dieses Volksbegehrens stehen weiterhin für ein sozial ungerechtes und ausgrenzendes Schulsystem, das unsere Kinder nach Herkunft trennt und nicht in ihren Fähigkeiten stärkt und fördert.“

07.06.2009

Professoren für längeres gemeinsames Lernen

Am 14.5.09 diskutierten der Dekan der Fakultät für Erziehungswissenschaft, Prof. Schuck, Prof. Ursula Neumann, Dr. Gerhard Duismann und Hannes Holländer vom Landesinstitut mit der Initiative "Eine Schule für alle"; das Thema, welche Lehrer ein integriertes Schulwesen erfordere. Dabei wurde u.a. die Frage angesprochen, ob das Lernen in homogenen Gruppen für alle Leistungsniveaus nicht doch erfolgreicher sei, als das Lernen in heterogenen Gruppen. Prof. Schuck erklärte, es gebe seit 1920 keine ernstzunehmenden empirischen Untersuchungen, die diese These bestätigen könnten. Aus der Versammlung heraus kam der Wunsch, diese Aussage schriftlich zu darzustellen. Die Antwort liegt nun vor und kann hier heruntergeladen werden.

08.05.2009

Uwe Grund für längeres gemeinsames Lernen

In seinem ersten Interview nach der Nominierung zum neuen DGB - Chef hat der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Uwe Grund den Kurs des noch amtierenden DGB-Chef Pumm in der Schulpolitik voll unterstützt. Dieser hatte vor wenigen Tagen der grünen Schulsenatorin Goetsch seine Unterstützung bei der Einführung der Primarschule zugesichert und die schwarz-grüne Schulpolitik gelobt. Mehr unter Presseinformation.

Bis zum 15. Mai legen die Regionalen Schulentwicklungskonferenzen (RSK) ihre Standortempfehlungen für Primarschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien in den insgesamt 22 Hamburger Regionen vor. Sie können auf der WEB-Seite der BSB heruntergeladen werden.

30.04.2009

DGB: Auch für Primarschule

Wie das Hamburger Abendblatt heute mitteilt, hat sich auch nun auch der Vorsitzende des Hamburger DGB, Erhard Pumm,  für die Primarschule ausgesprochen. Damit - so das Abendblatt - werde der Graben zwischen Gegnern und Befürwortern der Primarschule innerhalb der Hamburger SPD immer tiefer.  Pumm hatte sich beim traditionellen Mai-Empfang des Senats im Rathaus in seiner Rede vor mehr als 400 Gewerkschaftern im Großen Festsaal für die Reform ausgesprochen und Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL),  "viel Mut" bescheinigt. Pumm sprach sich anders als die parlamentarische Geschäftsführerin der SPD ausdrücklich für längeres gemeinsames Lernen aus. Es schwäche nicht die starken Schüler, sondern stärke sie ebenso wie die schwachen. "Daher", so Pumm, "begrüßen die Gewerkschaften die geplante Primarschule mit ihren sechs Jahren des gemeinsamen Lernens als wichtigen Schritt in die richtige Richtung".

28.04.2009

Primarschule Schritt in die richtige Richtung

Nachdem die Geschäftsführerin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Britta Ernst, ein Grußwort auf der Demonstration der Initiative "Rettet die Gymnasien" gesprochen hat, äußert sich nun ein anderer prominenter Vertreter der SPD. Mathias Petersen, Mitglied der Bürgerschaft schreibt im Hamburger Abendblatt: "Wir Hamburger Sozialdemokraten wollen ein längeres gemeinsames Lernen. Das ist seit Jahrzehnten ein unumstrittenes bildungspolitisches Ziel. Dafür werben wir bei den Eltern. Dass Teile der Führung der Hamburger SPD mit der Initiative gegen die Schulreform marschieren, ist vor diesem Hintergrund nicht vermittelbar. Diese Initiative will ein längeres gemeinsames Lernen weder heute noch in 15 oder 100 Jahren. Sie will eine Beibehaltung der Trennung, also die Selektion der Schülerinnen und Schüler nach der 4. Klassenstufe. Dieser Initiative ist langes gemeinsames Lernen zutiefst fremd... Die Hamburger SPD hat sich immer für gute Bildung und gerechte Bildungschancen für alle eingesetzt - unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Das war unser Motiv für die Gründung von Gesamtschulen in der Stadt. Das war unser Motiv für die Förderung der Integration der ausländischen, der lernschwachen und der behinderten Schülerinnen und Schüler. Damit wird sozialdemokratische Bildungspolitik identifiziert. ... Deshalb hier und heute: Die Primarschule in Hamburg ist ein mutiger Schritt in die richtige Richtung. Er schließt schulpolitisch an die erfolgreiche europäische Entwicklung an.

19.04.2009

Volksinitiative grenzt sich ab

Wir wollen länger gemeinsam lernen! heißt es in er Presseerklärung der Volksinitiative.

Die Volksinitiative „Eine Schule für Alle“ grenzt sich in aller Schärfe von dem Protest der Schulreformgegner ab. Karen Medrow-Struß, wiedergewählte 1. Vorsitzende des Vereins „Eine Schule für Alle“, kündigt an:“ Wir treten weiter für das Ziel einer gemeinsam Schulzeit bis Klasse 10 ein. Die Einführung der Primarschule ist dafür nicht zwingend notwendig. Unser Gesetzestext zeigt, dass längeres gemeinsames Lernen auch leichter erreicht werden kann. Wenn es aber  die Primarschule schafft, dass die soziale und damit zutiefst ungerechte Auslese nach Klasse 4 überwunden werden kann und sie zu mehr individueller Förderung führt, dann unterstützen wir sie, als Zwischenschritt hin zu längerem gemeinsamen Lernen.“ mehr unter Presseinformationen.

16.04.2009

SPD-Arbeitsgemeinschaft unterstützt Primarschule

Die Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) positioniert sich in der Schulstrukturfrage. Der AfB-Landesvorstand unter der neuen Vorsitzenden und langjährigen Schulsenatorin Rosemarie Raab präsentierte gestern eine Stellungnahme zum Schulgesetzentwurf der Bildungsbehörde. Die AfB will über die Stellungnahme auf einer Mitgliederversammlung am 7. Mai entscheiden. Darin werden positiv hervorgehoben das Prinzip der individuellen Förderung sowie des längeren gemeinsamen Lernens. Die AfB hält an ihrem Ziel der "Einen Schule für alle" fest. Zum Referentenentwurf der Schulbehörde werden allerdings auch Änderungswünsche vorgetragen. Einzelheiten finden Sie hier. 

Klassengrößen: Scheingefechte

Kaum war der erste Referentenentwurf zum neuen Schulgesetz durch eine „Panne“ im Hause Freytag an die Öffentlichkeit gelangt, begann schon das Buhlen um die Wählergunst der Gymnasialeltern. Der Gesetzentwurf sieht in § 87 vor:
      „Keine Klasse oder Lerngruppe an Primarschulen und Stadtteilschulen soll größer als 25 Schülerinnen und Schüler sein, in Primarschulen mit einer sozialstrukturell benachteiligten Schülerschaft soll die Klassengröße von 20 nicht überschritten werden. Aus Gründen besonderer räumlicher Gegebenheiten oder besonderer pädagogischer Aufgaben kann die Klassengröße im Einzelfall geringer, aus Gründen der regionalen Versorgung aller Schülerinnen und Schüler im Einzelfall größer festlegt werden.“
      Zu den Frequenzen in den Gymnasien sagt der Gesetzentwurf nichts. Grund genug für den bildungspolitischen Sprecher der SPD, Thies Rabe, „Alarm zu schlagen“.  Es sei nicht richtig, die Gymnasien von der Verkleinerung der Klassen auszusparen, so Rabe gegenüber dem Abendblatt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg, Vorsitzender des CDU-Landesfachausschusses Bildung, hält die größeren Klassen an Gymnasien dagegen für vertretbar. "Die Gymnasien haben eine homogenere Schülerstruktur." Im Übrigen seien die Klassenfrequenzen der Gymnasien schon immer höher gewesen als die der Gesamt-, Haupt- und Realschulen. Weinberg: "Grundsätzlich wären kleinere Klassen auch an Gymnasien wünschenswert, aber die jetzige Lösung ist auch unserer den Gymnasien zugeneigten Klientel erklärbar." Soweit so rational, aber die Sorge, die SPD könne der CDU gegenüber den Gymnasialeltern den Rang ablaufen, veranlasste Weinberg bereits einen Tag später zu einer Korrektur seiner Äußerung, und nun fordert er Nachverhandlungen über das Schulgesetz. "Wir wollen ein Leistungspaket für Gymnasien schnüren". "Wir brauchen auch für die Gymnasien eine Höchstgrenze im Gesetz. Die sollte bei 27 oder 28 Kindern liegen." Dass es hier um nichts weiter geht als um einen Schaukampf, wird deutlich, wenn man sich den Wortlaut des Gesetzentwurfs anschaut. Die Frequenzen sind natürlich nicht einklagbar, die Formulierungen sagen deutlich, dass es Abweichungen nach oben und nach unten geben kann, und natürlich stehen solche Vorgaben immer unter dem so genannten Haushaltsvorbehalt. Die finanziellen Mittel und die Zahl der Lehrerstellen werden immer wieder neu im Rahmen der Haushaltsberatungen festgelegt.

Fazit: Die Aufnahme von Klassenfrequenzen ist ein bildungspolitisches Zeichen - nicht mehr und nicht weniger –, ein Zeichen, dass mit der Schulreform nicht nur die Schulstrukturen angefasst, sondern auch die Arbeitsbedingungen verbessert werden sollen. Wenn man jedoch Frequenzen im Schulgesetz benennen will, ist es auch sinnvoll, dies für alle Schulformen zu tun, also auch für die Gymnasien. Allen Eltern sollten wir aber auch sagen, dass die Einhaltung dieser Vorgaben am Haushalt höchst wahrscheinlich scheitern wird. Schließlich ist die Bürgerschaft gerade dabei, dem Finanzkasino über die HSH-Nordbank drei Milliarden Euro auszuzahlen und mit zehn Milliarden für weitere Spielschulden zu bürgen. Nach der Expertenanhörung in der Bürgerschaft ist sogar damit zu rechnen, dass im nächsten Jahr noch einmal „frisches Geld“ fällig wird. Um jeden Euro für die Schulen und für kleinere Klassen wird dann im Parlament und wahrscheinlich auch auf der Straße gekämpft werden müssen.   

Schulgesetzentwurf: Richtiger Schritt

Auch wenn der jetzt von der Bildungsbehörde vorgelegte Entwurf für ein neues Schulgesetz nicht den Zielvorstellungen der Initiative "Eine Schule für Alle" entsprechen kann, zeigen viele Detailregelungen doch in die richtige Richtung. Das betrifft den § 11, der das individuelle Lernen zum Maßstab der Organisation von Unterricht macht, die Einbeziehung behinderter Kinder in die Reorganisation (§ 12) oder die Reduzierung von Klassenwiederholungen. Mit einem Click können Sie sich von dieser Seite den Allgemeinen Teil des Gesetzentwurfs, die Paragraphen in synoptischer Form (alte Fassung/neue Fassung des HmbSchG) sowie eine erste Stellungnahme dazu herunterladen.   

Lehrerkammer und Schülerkammer zu den Rahmenkonzepten

Die LehrerInnenkammer und die SchülerInnenkammer haben zu den Rahmenkonzepten der Schulbehörde eigene Stellunggnahmen abgegeben. Im Kern stimmen beide der eingeschlagegenen Richtung des längeren gemeinsamen Lernens zu. Die Stellungnahme der LehreInnenkammer beginnt mit folgenden Sätzen:

"Die Lehrerkammer unterstützt das in den Rahmenkonzepten deutlich werdende Bemühen,
eine gute - allen Schülerinnen und Schüler gerecht werdende - Lernumgebung
herzustellen und sie befürwortet im Grundsatz die formulierten Leitziele und das darin
enthaltene Prinzip der Ganzheitlichkeit."

Im Wortlaut

Stellungnahme der LehrerInnenkammer

Stellungnahme der SchülerInnenkammer

20.02.2009

Höhere Bildungsaspirationen

Zum Stichtag der Anmelderunde melden die Gesamtschulen mit 4641 Schülerinnen und Schülern einen leichten Anstieg gegenüber der Anmelderunde 2008. Der Wunsch der Eltern, dass ihre Kinder einen möglichst hohe Bildungsabschluss erwerben ist ungebrochen. Die Gymnasien liegen vorn. Verlierer sind die Haupt- und Realschulen. Einen Überblick über die Entwicklung der Schülerzahlen finden Sie hier.

04.02.2009

Rosemarie Raab neue Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) in der SPD

Hamburgs ehemalige Schulsenatorin Rosemarie Raab ist neue Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) in Hamburg. Auf einer Mitgliederversammlung am Dienstagabend in der SPD-Parteizentrale in St. Georg wurde Raab mit über 87 Prozent der Stimmen gewählt. Sie tritt damit die Nachfolge der im November vergangenen Jahres zurückgetretenen Vorsitzenden Christiane Albrecht an.

Raab betonte in ihrer Rede, dass sie trotz einer bekanntermaßen positiven Bewertung der Primarschule, die nach dem Konzept der beiden unter "Rot-Grün" gestarteten Hamburger Modellschulen konzipiert sei, für den AfB-Vorsitz kandidiere. Ihr Interesse sei, nach einem weiteren Fortschreiten der Reform, nach weiteren auch schulgesetzlichen Konkretisierungen und den noch ausstehenden Standortentscheidungen zu einer erneuten inhaltlichen Bewertung innerhalb der Partei zu kommen. Denn es sei, so Raab, "schwer nachvollziehbar, wie man eine Grundsatzkritik am längeren gemeinsamen Lernen in den Klassenstufen 5 und 6 verbinden will mit der Programmatik des Hamburger Grundsatzprogramms der Bundes-SPD, die da lautet: 'Über Bildungswege und -chancen wird in unserem Bildungssystem zu früh entschieden. Wir werben daher für ein Schulsystem, in dem Kinder so lange wie möglich zusammen und voneinander lernen'." Das würde aber eine Kritik an fehlenden weitergehenden Reformschritten oder an einzelnen konzeptionellen Elementen der Primarschule keinesfalls ausschließen, ebenso wenig wie am Zeitplan oder an Sorgfalt und Umsicht bei der Umsetzung.

03.02.2009

Rahmenkonzept der Primarschule: Die Richtung stimmt!

Das von der Schulbehörde vorgelegte Rahmenkonzept zur Einführung der sechsjährigen Primarschule zeigt, dass etliche der Anregungen der Initiative „Eine Schule für alle“ aufgenommen wurden: Das betrifft die Zielsetzung ebenso wie das zugrunde liegende Prinzip der Ganzheitlichkeit und auch die Aussagen zur „Neuen Lernkultur“.

Unstrittig sind die Ziele:
• Die Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen sind unabhängig von ihrer sozialen und ethnischen Herkunft zu erhöhen.
• Die Lernerfolge der einzelnen Schülerinnen und Schüler und des Schulsystems sind insgesamt zu erhöhen.
• Alle Bildungspotenziale sollen von Anfang an genutzt und bestmöglich gefördert werden.

Richtig ist auch das Prinzip „Früh fördern, spät trennen“. Nur „durch den konsequenten Einsatz von Maßnahmen innerer Differenzierung wird dem je individuellen Lernverhalten und dem individuellen Kompetenzstand und der Lernentwicklung der Schülerinnen und der Schüler“ Rechnung getragen. Die Formulierung zur äußeren Leistungsdifferenzierung kann sich allerdings noch als problematisch herausstellen: „Eine auf Dauer angelegte Trennung der Schülerinnen und Schüler in verschiedene Klassen oder Lerngruppen ist nicht vorgesehen.“ D.h. vorübergehend kann eine äußere Leistungsdifferenzierung vorgenommen werden. Damit würde das ganze Konzept des zwei Jahre längeren gemeinsamen Lernens konterkariert. Diese Formulierung lässt auf einen Formelkompromiss schließen, dessen Folgen problematisch werden können.

Schwierig bei der Umsetzung des Konzepts wird auch die Frage der räumlichen Organisation werden. Was sich pragmatisch anbietet, nämlich „je nach den regionalen Gegebenheiten unterschiedliche Varianten der räumlichen Organisation“ zuzulassen, kann zum grundsätzlichen Problem werden. Sollten die durch den Wegfall dreier Jahrgänge in den Gymnasien entstehenden Raumüberhänge dort verbleiben und lediglich genutzt werden, um Abteilungen der Primarschulen aufzunehmen, dann bestünde die akute Gefahr einer Vorverlegung der Schülerauslese in die Primarschule. Die Initiative „Eine Schule für alle“ wird unabhängig von ihren weitergehenden Vorstellungen einer gemeinsamen Schule für alle bis zur 10. Klasse die anstehenden Standortentscheidungen unter diesem Gesichtspunkt sehr kritisch begleiten

„Die Notwendigkeit einer Schulstrukturreform, die auf eine Schule für Alle hinausläuft, kann nicht mehr ernstzunehmend in Frage gestellt werden – es sei denn, Bildung soll erklärtermaßen das Privileg einer bestimmten Bevölkerungsgruppe bleiben. Unter den Bedingungen der derzeitigen Strukturreform in Hamburg – dem Zweisäulenmodell, also der Parallelität von Stadtteilschule und Gymnasium – ist das zentrale Ziel, die mittlerweile 30 % "Risikoschüler" nicht mehr allein unter sich bleiben zu lassen, jedoch nur schwer zu erreichen. Umso größer müssen daher die Anstrengungen ausfallen, Eltern, die ihre Kinder aufs Gymnasium schicken (dürfen), davon zu überzeugen, dass es nicht nur für die "Risikoschüler" und "Minderleister", sondern auch für ihre eigenen Kinder besser ist, wenn sie stattdessen die Stadtteilschule besuchen.“ Zu diesem Fazit kommt auch Lisa Rosa vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung bei der Vorstellung einer Hamburger Bildungsbiografie. Das Papier in voller Länge finden Sie hier.

26.01.2009

Wortbruch, Verrat der Grundsätze, keine eigene Linie: Die Hamburger CDU macht sich in der Schulpolitik überflüssig

So überschreibt der schulpolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion Ties Rabe seine jüngste Presseerklärung. Opfer der aktuellen Schulpolitik seien insbesondere schwächere Schülerinnen und Schüler in Hamburg. Der schwarz-grüne Senat kümmere sich nicht um diese jungen Menschen. Nicht nur die schwächeren Schülerinnen und Schüler und auch nicht nur die verunsicherten Eltern und überlasteten Lehrerinnen und Lehrer seien Opfer der schwarz-grünen Schulpolitik. Ein weiteres Opfer sei die Hamburger CDU: „Die hat die Eltern getäuscht, ihr Wort gebrochen, ihre Grundsätze verraten und sich als ernstzunehmender Gesprächspartner aus der Schulpolitik verabschiedet.“ Das mag ja nun eine Frage der politischen Bewertung sein, aber welche Ziele Herr Rabe selbst verfolgt, bleibt dabei unklar. Trotz des Hamburger Parteiprogramms der SPD und trotz entsprechender Beschlüsse seiner Partei, in denen als bildungspolitisches Ziel „Eine Schule für alle“ festgelegt ist, verfolgt Herr Rabe offenbar das von der CDU in der Enquete-Kommission durchgesetzte Konzept des Zwei-Säulenmodells. Damit begeht er Verrat an seinen eigenen Grundsätzen und offenbart damit: Er hat selbst keine eigene Linie. Wer selbst im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.

Die Initiative „Eine Schule für alle“ unterstützt alle Schritte, die sie ihrer Perspektive eines integrierten Schulsystems näher bringen. Das kann auch die Primarschule sein, in der die Schülerinnen und Schüler länger gemeinsam lernen. Ob die Primarschule das sein wird, hängt von einer Reihe von Details ab, die noch geklärt werden müssen. Dazu gehören die Aufgabenbeschreibungen von Stadtteilschule und Gymnasium genauso wie die Binnenstruktur und die Organisation der Primarschule. An einem von der Initiative des Herrn Scheuerl oder von Herrn Rabe herbei geredeten Chaos hat die Initiative „Eine Schule für alle“ kein Interesse.   
 

23.01.2009

Eine Chance, die verloren gehen kann

In der Taz von heute kommentiert die Journalistin Kaija Kutter die von der Max-Brauer-Gesamtschule geplante Aktion für den Erhalt der Grundschulabteilung an der Gesamtschule. Sie schreibt, nach dem Scheitern des Volksbegehrens gäben die Konservativen den Ton an und machten Druck: „Die CDU traut sich jetzt, nach Leistung differenzierte A und B-Kurse in den 5. und 6. Klassen zu fordern, die die Reform nahezu konterkarieren. Und die GAL kritisiert dies nicht offen, weil ja die Basis des Koalitionspartners CDU befriedet werden muss.“ So gesehen sei es erfrischend, wenn jetzt Verfechter der Schule für alle auf die Straße gehen wollten. Daraus sollte – so Kutter - aber keine Menschenkette gegen die Primarschule um die Alster werden, „die hätte eine verheerende Symbolik, besser schon eine Menschenkette für längeres gemeinsames Lernen.“ Frau Kutter ist zuzustimmen.
Aus Sicht der Initiative ist klar: Sie wird sich nicht vereinnahmen lassen – weder von Herrn Scheuerl noch von sonst irgendeinem Befürworter des auslesenden Schulsystems. Es geht der Initiative eben nicht darum, die Primarstufe zu Fall zu bringen. Das würde die Perspektive der einen Schule für alle in noch weitere Ferne rücken. Die Primarschule muss vielmehr zu einem Schritt hin zu der von der Initiative geforderten einen Schule für alle zu werden. Deshalb ist wichtig, dass die positiven Ansätze der Gesamtschule durch die Primarschulreform nicht unter die Räder kommen, sondern dass vielmehr die organisatorischen Voraussetzungen für die weiteren Schritte der Integration des Schulwesens durch die Verlängerung des gemeinsamen Lernens um zwei Jahre verbessert werden. Natürlich müssen dazu noch etliche Details inhaltlicher und organisatorischer Art erörtert werden. Die Initiative ist zuversichtlich, dass das gelingt, und sie wird sich auf einen neuen Anlauf zu ihrem Ziel der Einen Schule für alle vorbereiten.

16.01.2009

Mainstream: Individuelle Förderung

Selbst bei der CDU ist angekommen: „Konsequent individualisierter Unterricht bietet die beste Möglichkeit, um die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrem Leistungsvermögen zu fördern und zu fordern.“ So heißt es in dem jüngsten Positionspapier der CDU zur Schulstrukturreform unter dem Titel: „Gute Bildungschancen durch frühe und individuelle Förderung.“ Das zeigt: Die CDU hat sich jedenfalls verbal bewegt. Bemerkenswert ist auch, dass die CDU als erste Herausforderung für das Hamburger Schulsystem anerkennt: „Die soziale Herkunft bestimmt ... zu sehr den schulischen Erfolg.“ Die notwendige Konsequenz daraus, die Schülerinnen und Schüler länger gemeinsam lernen zu lassen, will die CDU daraus aber dennoch nicht wirklich ziehen. Vielmehr diversiviziert sie die Auslesemechanismen. Trotz aller Bemühungen – so schreibt sie in dem Papier - werde es spätestens in Klasse 4 Kinder geben, die in der bisherigen Klassengemeinschaft nicht ausreichend gefordert werden. Deshalb sollen – wie in der Koalitionsvereinbarung festgelegt -, bereits nach der Klassenstufe 4 dreijährige Unterstufen gebildet werden können, die den weiterführenden Schulen, also den Stadtteilschulen einerseits und den Gymnasien andererseits, angegliedert werden sollen. Das bedeutet im Klartext: Die Auslese wird jedenfalls partiell um ein Jahr vorverlegt. Das Instrument dazu ist die so genannte Profilbildung.

Kreide gefressen?

Handelskammer, Handwerkskammer und die Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein e.V. haben in einer gemeinsamen Erklärung zur Schulpolitik in Hamburg Position bezogen. Dabei ist erfreulich, dass jedenfalls verbal wichtige moderne Zielsetzungen von Schule aufgenommen werden. Dabei geht es um Chancengleichheit, Vorbereitung auf selbstbestimmte Teilhabe am Arbeits- und Sozialleben, Funktionsfähigkeit unserer Demokratie, Verbesserung individueller Lebensperspektiven und den sozialen Frieden in unserer Stadt. Bravo! Auch einzelne Forderungen sind zu unterstützen wie eine verbesserte Lehrer-Schüler-Relation und die Weiterqualifizierung des Personals an den Schulen. Trotz einer „gewissen Skepsis“ der Primarschulreform unterstützen die Kammern das Vorhaben durch die Nennung von bestimmten Gelingensbedingungen. Wichtig sei, dass die Reform nicht übereilt, sondern mit Augenmaß umgesetzt werde. Darauf hat ja die Behörde bereits reagiert, indem sie die verbindliche Einführung der Primarschule um ein Jahr verschoben und den Eltern der 3. Klassen freigestellt hat, sich für die Primarschule oder für eine weiterführende traditionelle Schule ab Klasse 5. zu entscheiden. Aus organisatorischer und planerischer Sicht ein riskantes Unterfangen.

Initiative unterstützt Gesamtschulen

Zum Schuljahr 2009 / 2010 haben Eltern von Viertklässlern möglicherweise zum letzten Mal die Möglichkeit, ihr Kind für eine weiterführende Schule ihrer Wahl anzumelden. Noch einmal bewerben sich Haupt- und Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen um die Gunst der Eltern. Die Volksinitiative „Eine Schule für Alle“ unterstützt in dieser Situation die Gesamtschulen in Hamburg.

Karen Medrow-Struß, Sprecherin der Volksinitiative, dazu: “Die Gesamtschulen sind die derzeit einzige Alternative zum gegliederten selektierenden Schulwesen, sie sind die einzigen staatlichen Schulen der Sekundarstufe, in der Schüler und Schülerinnen aller Begabungsrichtungen und aller sozialen Schichten unterrichtet und erzogen werden.“

Im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit an den Gesamtschulen stehen die individuelle Leistungsförderung und die soziale Erziehung. Wie die Lernausgangslagen-Untersuchungen gezeigt haben, sind die Lernzuwächse für alle Schüler und Schülerinnen besonders hoch. Simon Völcker, Sprecher der Volksinitiative, ergänzt: “ An der Gesamtschule wird für alle Schülerinnen und Schüler der Zugang zu allen Abschlüssen der Sekundarstufe I offen gehalten; kein Kind bleibt sitzen. Von den Jugendlichen, die über ihre Gesamtschule den Zugang zur gymnasialen Oberstufe erreichen konnten, hatten ursprünglich rund 70 Prozent keine Empfehlung ihrer Grundschule für den Besuch des Gymnasiums!“

Kinder, die den Zugang zur gymnasialen Oberstufe erworben haben, werden an den Gesamtschulen in einem dreijährigen Bildungsgang zum Abitur oder zur Fachhochschulreife geführt. Die Schulbehörde garantiert den Eltern, die ihre Kinder zum Schuljahr 2009/2010 an einer Gesamtschule anmelden, dass ihre Kinder bis zum Abschluss ihrer Schulzeit – trotz aller im Rahmen der Schulreform geplanten Veränderungen – nach den pädagogischen Prinzipien der Gesamtschule gefordert und gefördert werden.

IGLU E 2006/2008: Neue Rankinglisten

"Thüringer Kinder sind Weltspitze im Lesen" titeln die Medien. Schon wieder eine Schulstudie - und wieder läge der Osten Deutschlands vorn, schreiben sie. Diesmal betrifft der Vergleich Leseleistungen von Grundschülern. Es ist schon ärgerlich, dass selbst DIE ZEIT effekthascherisch regionale Rankinglisten für wichtiger hält, als in der Bildungsberichterstattung auf Probleme einzugehen, die der Lösung zugeführt werden müssen. Hier konkret: Auch die neue IGLU Vergleichsstudie bestätigt, was wir alle längst wissen: Die Kinder bildungsferner Schichten und Kinder mit Migrationshintergrund werden benachteiligt. DIE ZEIT schreibt, außer in Berlin gäbe es auch in den Städten Bremen und Hamburg ähnlich viele Kinder, die nicht mittelmäßig lesen können. „Das mag daran liegen - so DIE ZEIT -, dass es im Osten Deutschlands weniger Kinder von Migranten gibt, in den Großstädten dafür umso mehr.“ Denn das wirke sich natürlich aus auf die Lesekompetenz. Wer nicht gut Deutsch verstünde, werde auch die Texte nicht gut interpretieren können. Wenn beide Eltern im Ausland geboren seien oder beide in Deutschland, könne das bereits einen großen Unterschied ergeben. Welch eine Erkenntnis! Nein, das „mag nicht daran liegen“, vielmehr ist das ein entscheidender Befund der Studie, die in der Kurzfassung auch der Presse zur Verfügung stand. Da heißt es unmissverständlich: „Kinder aus Familien ohne Migrationshintergrund erreichen im Bundesdurchschnitt eine deutlich höhere Leseleistung als Kinder, deren Elternteile beide im Ausland geboren sind. In den östlichen Flächenländern liegen die Unterschiede bei 31 Punkten und in den Stadtstaaten bei 45 Punkten. In den westlichen Flächenländern beträgt der Unterschied 49 Punkte, was dem bei IGLU 2006 ermittelten Leistungsunterschied von Jahrgangsstufe 3 zu Jahrgangsstufe 4 entspricht (vgl. Bos et al., 2008, S. 22f. u.) Der Unterschied der Leseleistungen zwischen SchülerInnen aus Hamburg (555 Punkte) und Thüringen (570 Punkte) ohne Migrationshintergrund beträgt gerademal 15 Punkte. Auch die Unterschiede zwischen den Gruppen in den Ländern sind nicht neu: Je größer die Konzentration von Migrantenkindern einer Sprache in einem Stadtteil und einer Schule, umso schwieriger das Erlernen der deutschen Sprache. Also: Die Befunde von IGLU bestätigen, was wir wissen. Notwendig sind Konsequenzen.   

 

PISA 2006/08: Rankinglisten dominieren Debatte

Parteipolitiker lieben Rankinglisten, wenn ihre Länder im Vergleich mit anderen vorn liegen. Da muss man keine Texte lesen und kompliziertere Sachverhalte verstehen. Die Botschaft ist dann nach PISA 2006 einfach: Sachsen und Bayern vorn, Bremen und Hamburg Schlusslichter. Das sind die gewünschten Botschaften; egal ob da Ungleiches verglichen wird und egal ob die Aussagen Realität widerspiegeln. Dabei warnen die PISA-Bildungsforscher selbst vor Fehlinterpretationen: „Grenzen der Vergleichbarkeit ergeben sich, wenn die Ergebnisse für die verschiedenen Schularten in den Ländern behandelt werden. Die Schulsysteme der Länder stellen sich bei PISA 2006 noch differenzierter dar als bei PISA 2003, ... auch  stehen länderübergreifenden Vergleichen die unterschiedlichen Prozentanteile des Altersjahrgangs der Fünfzehnjährigen entgegen, die diese Schularten in den verschiedenen Konstellationen besuchen.“ Über die Länder am ehesten vergleichbar seien die Ergebnisse, die an den Gymnasien erreicht werden, denn diese Schulart versammelt jeweils die kompetenzstärksten Schülerinnen und Schüler. Aber auch hier sei zu berücksichtigen, dass die Länder mit hoher Selektion allen voran Bayern mit einem Anteil von nur 27,5 Prozent der fünfzehnjährigen Gymnasiasten gegenüber Hamburg mit einem Anteil von 35,7 Prozent unterschiedliche Ergebnisse haben müssen. Und schließlich der unterschiedliche Migrantenanteil. Rechnet man die Leistungen der Kinder mit Migrationshintergrund heraus, dann liegt Hamburg mit 548 Punkten in den Naturwissenschaften vor den Ostländern. 

Trotz aller möglichen Relativierungen der PISA-Ergebnisse gibt die Untersuchung aber auch Aufschluss über einen schlichten aber doch wichtigen Zusammenhang: Der betrifft den zeitlichen Umfang des Naturwissenschaftsunterrichts, den die Schülerinnen und Schüler regulär pro Woche erhalten. Über die Länder hinweg gibt fast ein Drittel (30 %) aller Schülerinnen und Schüler an, mindestens vier Stunden naturwissenschaftlichen Unterricht pro Woche zu erhalten. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit weniger als zwei Stunden Unterricht in der Woche ist etwas größer (36 %). In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nehmen überdurchschnittlich viele Schülerinnen und Schüler an vier oder mehr Stunden naturwissenschaftlichem Unterricht in der Woche teil. Relativ große Anteile von Schülerinnen und Schülern mit weniger als zwei Stunden naturwissenschaftlichem Unterricht findet man in Bremen, Rheinland-Pfalz, Hamburg und im Saarland. Wer hätte das gedacht? Die Testergebnisse hängen mit der Unterrichtszeit als Rahmenbedingung für Lerngelegenheiten zusammen: Schülerinnen und Schüler, die vier oder mehr Stunden naturwissenschaftlichen Unterricht pro Woche erhalten, erreichen im Mittel einen um 74 Punkte höheren Kompetenzwert in den Naturwissenschaften als Schülerinnen und Schüler, die weniger als zwei Stunden naturwissenschaftlichen Unterricht besuchen. Noch Fragen?

Über den Zusammenhang zwischen Lehrerversorgung und Lernerfolg lohnt auch noch einmal ein Hinweis. Nach 2001 hat die CDU-Regierung  über 1000 Lehrerstellen abgebaut. Der derzeitige HSH-Aufsichtsratsvorsitzende Peiner, ehemals Finanzsenator, verbreitete noch 2004 die Parole, Hamburg gäbe mehr Geld für die Schüler aus als andere Bundesländer und erziele schlechtere Ergebnisse. Dieser Slogan hat sich bis heute gehalten. Vergleicht man aber die Schüler-Lehrer-Relation in den Ländern, so liegt Hamburg mit den Sonderschulen auf Platz 14, den gymnasialen Oberstufen auf Platz 11 und nur mit den Realschulen vorn. Um die Unterfinanzierung der Hamburger Schulen zu verschleiern, hat die CDU Anfang des Jahres noch getrickst und gelogen. Wir hoffen, dass sich die heutige Schulsenatorin gegenüber ihrem Koalitionspartner durchsetzt und mehr Pädagogen in die Schulen bringt.

Die Kernbotschaft der jüngsten PISA-Studie entspricht denen ihrer Vorläufer: Der Schlüssel zum Erfolg besteht nach wie vor in der besonderen Förderung kompetenzschwacher Schülerinnen und Schüler: „Niedrige Anteile von Jugendlichen auf beziehungsweise unter der ersten Kompetenzstufe reduzieren den Zusammenhang zwischen Herkunft und Kompetenz.“ Dieses Prinzip gilt natürlich auch für die Bewältigung der nach wie vor großen Herausforderung, Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem zu integrieren.

Was zu tun ist? Die Volksinitiative „Eine Schule für alle“ wirbt längst für die entsprechenden Ziele: Mehr Lehrer, kleinere Klassen, Ganztagsschule, individuelle Förderung leistungsschwächerer und leistungsstärker Schülerinnen und Schüler, längeres gemeinsames Lernen in einer Schule für alle.

19.11.2008

Presseinformation

Die Initiative „Wir wollen lernen“ zielt in die falsche Richtung

Bei der Bewertung der großen Zahl an Unterschriften muss man berücksichtigen, dass Herr Dr. Scheuerl alle Menschen dazu aufgerufen hat, zu unterschreiben, unabhängig davon, ob sie das Wahlalter schon erreicht oder überhaupt eine Wahlberechtigung haben…

„Das Ziel dieser Initiative ist in unseren Augen rückwärtsgewandt, strukturkonservativ und  ausgrenzend. Herr Dr. Scheuerl weigert sich konsequent zur Kenntnis zu nehmen, dass wir eine Schulstruktur brauchen, die Schluss macht mit der Aufteilung von Schülerinnen und Schülern nach sozialer Herkunft“, so kommentiert Klaus Bullan diese Volksinitiative. Er ist Sprecher der Volksinitiative „Eine Schule für Alle“, die erreichen möchte, dass sich alle weiterführenden Schulen zu fördernden und integrativ arbeitenden Gemeinschaftsschulen weiterentwickeln und dabei alle Kinder in den Mittelpunkt eines guten und modernen Unterrichtes stellen.

Karen Medrow-Struß:“ Unser Problem ist es nicht, die starken Kinder, die auch durch ihre Eltern eine große und verlässliche Unterstützung erhalten, zu guten Ergebnissen zu bringen, sondern denjenigen Kindern und Jugendlichen eine Perspektive zu bieten, die es aufgrund ihrer sozialen und/oder kulturellen Herkunft schwer haben, dieselben Startchancen in der Schule zu bekommen. Das zeigt ja auch die jüngste PISA E- Auswertung leider aufs Neue, dass gerade in Hamburg der Zusammenhang von Bildungserfolg und Herkunft nach wie vor sehr eng ist.

Bei diesem Problem helfen die Ziele der Scheuerl-Initiative keinen Schritt weiter, im Gegenteil, Herr Dr. Scheuerl und seine MitstreiterInnen möchten doch in Wahrheit ein closed-Shop-Schulsystem, nach dem Motto: `Wir wollen alleine lernen `.“

Hamburg, den 19.11.2008

17.11.2008

Volksinitiative unterstützt Gesamtschulen

Vom 02. bis 06. Februar 2009 findet – wahrscheinlich zum letzten Mal die nächste Anmelderunde für die weiterführenden Schulen statt. In dieser Anmelderunde für das Schuljahr 2009/2010 haben die Eltern noch einmal Möglichkeit, ihre Kinder an einer Gesamtschule anzumelden. Die Gesamtschulen unterrichten als eine Schule für alle Schüler und Schülerinnen aller Begabungsrichtungen und sozialen Herkunft. Unterschiedliche Formen der Differenzierung ermöglichen es, für alle Schüler und Schülerinnen den Zugang zu allen Abschlüssen der Sekundarstufe I möglichst lange offen zu halten; kein Kind bleibt sitzen und kein Kind wird abgeschult. Im Mittelpunkt stehen die individuelle Leistungsförderung und die soziale Erziehung. Schüler und Schülerinnen, die mit ihren Abschlüssen den Zugang zur gymnasialen Oberstufe erworben haben, werden an den Gesamtschulen in einem dreijährigen Bildungsgang zum Abitur oder zur Fachhochschulreife geführt.
Die Volksinitiative unterstützt die Gesamtschulen als die derzeit einzige Alternative zum selektierenden gegliederten Schulwesen. Die Gesamtschule ist die einzige Schulform, die die Chance bietet, viele der pädagogischen Prinzipien der „Einen Schule für Alle“ schon jetzt umzusetzen. Viele arbeiten bereits nach ihnen oder haben sich auf den Weg gemacht.

12.11.2008

6000 Schüler streiken in Hamburg

6000 Schülerinnen und Schüler demonstrieren in Hamburg für kleinere Klassen, mehr Lehrer, die Abschaffung der verschiedenen Bildungsgebühren und für die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems. Alles Forderungen für die auch unsere Volksinitiative einsteht. Insgesamt sollen sich bundesweit rund 80.000 Schülerinnen und Schüler an der Aktion beteiligt haben.Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, war das „eine machtvolle Demonstration junger Menschen für bessere Bildung.“ 

Die Volksinitiative war vorab informiert worden und hatte zugesagt, sich mit einem Redebeitrag auf der Kundgebung zu beteiligen. Sie bewertet die Aktion besonders deshalb als hoffnungsfrohes Zeichen, weil die Organisation des Streiks an den Schulen und der Demonstration von den Schülerinnen und Schülern ausgegangen und eigenständig umgesetzt worden ist.  

02.11.2008

Die Initiative „Eine Schule für alle“ macht weiter

Alle wollen lernen!

Am Donnerstagabend trafen sich die Initiatoren des Volksbegehrens zu einer internen Auswertungsrunde und sprachen sich mit breiter Mehrheit dafür aus, den angefangenen Prozess der Meinungsbildung weiterhin aktiv mitgestalten zu wollen.

„Auch wenn die rund 50.000 Unterschriften für ein Volksbegehren nicht genug waren konnten wir viel erreichen, denn wir haben das zentrale Thema der Chancengleichheit in der Schule auf einem urdemokratischen Weg breit in die Öffentlichkeit getragen und diese sehr wichtige Bildungsde¬batte für Hamburg und weit darüber hinaus befördert“,
so Sprecherin Karen Medrow-Struss.

„In der politisch aufgeladenen und stark polarisierten Auseinandersetzung um eine Veränderung der Hamburger Schulstruktur war und ist der Gesprächs- und Informationsbedarf in der Stadt enorm groß. Deshalb wollen wir an die vielen Gespräche unserer drei intensiven Sammelwochen anknüpfen und uns weiterhin für ein gerechtes und zeitgemäßes Schulsystem einsetzen“, kündigte Klaus Bullan, Sprecher der Volksinitiative, an.

„Wir haben einen Verein mit vielen aktiven Mitgliedern, die sich für das Ziel des längeren gemeinsamen Lernens weiter einsetzen werden. Es ist immer schwieriger, Menschen von etwas Neuem zu überzeugen, als lediglich für den Erhalt des status-quo zu werben. Darum werden wir kontinuierliche Aufklärungsarbeit betreiben und uns in die aktuelle bildungspolitische Auseinandersetzung einmischen, für die Zukunft unserer Kinder“, so Sprecherin Sabine Boeddinghaus.

Für das kommende Frühjahr ist daher die Mitwirkung an einem bundesweiten Kongress aller Initiativen vorgesehen, die sich für längeres gemeinsames Lernen aktiv einsetzen.
Kurzfristig ist geplant, den bildungsweiten Bildungsstreik der Schülerinnen und Schüler am 12. November in Hamburg mit einem eigenen Redebeitrag bei der Kundgebung auf dem Gänsemark zu unterstützen.